Athletic 57 (4. Liga) – Sind wir am Ende zu alt?

Das Gegenstosstor, noch wochenlang Thema im Training und Beiz. Weshalb hinterlässt dieses ein etwas zwiespältiges Gefühl beim erfolgreichen Schützen? Zuerst zur Situation: Angriff des Gegners, wie so mancher in diesem Spiel, abgefangen und ein perfekt temperierter Pass auf den vorstürmenden Kreisläufer lanciert. Dieser antizipiert die Flugbahn und lässt den Ball aufspringen; packt ihn; 2, 3 schnelle Schritte; und Tor! Nun zum Gefühl. Liegt es daran, dass Ju- auf Senior gepasst hat? Nein! Es liegt daran, dass die versammelte Coach- und Spielerbank fast eine Herzbaracke kriegte, weil sie am Erfolg (sprich Geschwindigkeit) des Gegenstossläufers zweifelte. Und dies schmerzt!

Das Räterschen-Spiel selbst, versöhnlicher Start in die Rückrunde. Unmittelbar vor Redaktionsschluss stand gegen die Silber Tigers ein weiteres Rückrundenspiel an, und der Bericht musste noch wesentlich geändert werden ..... Doch ziehen wir vorerst Bilanz zur Vorrunde: 4 magere Punkte! Erinnern wir uns: Letzte Saison auf dem 2 Platz abgeschlossen, und gewonnen was es zu gewinnen  galt.

 

Vorrunde

Nun 5 Vorrunden Niederlagen bei 7 Spielen. Sind wir so viel schlechter geworden?  Mit Ausnahme von Wiesendangen/Yellow (verloren wir auch letzte Saison) liessen wir die Punkte bei den neu zugeteilten Gegnern: Kaltenbach Oldies, Silber Tigers, Andelfingen und  SCF/SC Pfadi Frauenfeld, alles Mannschaften mit einem starken Kader mit jüngeren lauffreudige Spielern, gespickt mit ehemaligen Cracks aus oberen Ligen. Namen wie „Oldies“ und „Silber (-Rücken)“ mögen zu falschen Annahmen verleiten, wer die wirklich Alten sind.

Der Reihe nach: Ein etwas mühsamer, doch letztlich erfolgreicher Start gegen Räterschen. In der Pause noch 2 Tore zurück,  konnten wir die Partie kehren. Lag es am Schiri, der ein einmaliges (und nie wiederkehrendes) notfallmässiges Comeback gab. Auch diese Saison wird in der Vorrunde mit sog. Breitenschiedsrichtern gespielt, d.h. die Heimmannschaft muss den Schiri stellen. Dies ist in der Ausschreibung im Kleingedruckten zu finden und damit leicht zu übersehen. Für die weiteren Heimspiele konnten wir dann auf unsere bewährten Vereins- und einen Gast-Schiri zählen. Danke für den Einsatz.

Die Kaltenbach Oldies waren eben dann keine Klappergreise. In der ersten Halbzeit (11:11) konnten wir zwar mithalten, mussten uns dann am Schluss (21:24) geschlagen geben. En Chnoorz, das Spiel gegen Turbenthal, mit dem besseren Ende auf unserer Seite (16:14). Gegen den Tabellenführer, die SG SCF/SC Pfadi Frauenfeld, reichte die Kraft und das Spielerreservoir fast für eine Halbzeit (9:8). Nach einer 2x2 Minuten Strafe (welcher Schiri kennt schon diese Regel) und einer weiteren Strafe für ein Dutzendfoul führte unseren Torschützenkönig unter die Dusche statt zur Aufholjagd.

Klares Verdikt sowohl gegen Andelfingen (26:19) wie gegen die SG Wiesendangen / Yellow (21:17): Beide Mannschaften waren uns klar überlegen. Dennoch Spiele, die Spass gemacht haben; intensiv doch fair und das Bier beidseitig verdient. Darf man dem Start sagen? 7:1 im Rückstand und (fast) von allen guten Geistern verlassen. Dann mit Zwischenspurt (und gegnerseits die eher zweite Garnitur auf dem Feld)  noch ein halbzeitliches 11:11. Am Ende eine (schmeichelhafte) 21:26 Niederlage bei den Silber Tigers.

Rückrunde

Ausser dem Torwart konnten sich alle Spieler in die Torschützenliste eintragen und dieser selbst musste nur 7mal hinter sich greifen. Ein – für Räterschen – brutales 7:31 (4:17) war die „Ernte“ unseres Samstagausfluges nach Elsau. Mit einem andern Kaliber, den Silber Tigers wurde das Jahr beschlossen. Und wie! Die Erwartung (Hoffnung) war ein ehrenvolles Resultat. 18:27 (11:13) der unerwartete Sieg. 60 Minuten hoch konzentrierte Leistung, ohne jeglichen Einbruch. Weihnacht darf kommen.

Ausblick

Üblicherweise machen wir in der Rückrunde mehr Punkte. Dies liegt stark daran, dass der Gegner - wegen der Spielbeschränkung, d.h. Spieler ist ab 6tem Spiel für tiefere Liga gesperrt - oberklassige Spieler nicht mehr einsetzen darf. Ein Blick auf die Einsatzliste der Gegner zeigt, dass es diese Saison kaum so sein wird. Die Cracks, die uns in der Vorrunde das Siegen schwer machten, spielen mehrheitlich nur in ihrer 4. Liga Mannschaft und werden uns deshalb auch in der Rückrunde fordern.

Prognose

Vor dem Silber Tigers Spiel: Mit der realistischen Annahme, dass wir das Punktepaar in Turbenthal abholen und der Optimistischen, irgendwo noch 2 Punkte zu ergattern, werden wir mit 10 Punkten aus 14 Spielen unsere langjährige Zielsetzung, mehr Punkte als Spiele, positive Torbilanz bei Weitem nicht erfüllen.

Nach dem Silber Tigers Spiel: Bereits 4 Punkte auf dem Rückrundenkonto; Turbenthal eigentlich im Sack, die Kaltenbach Oldies alt aussehen lassen und aus den andern 3 Spielen noch 2 Punkte holen. Mit 14 Punkten so nahe bei der Zielsetzung sein, dass es zu einem Meisterschafts-Abschlussessen reicht (evtl. „nur“ Schweins- statt Kalbs-Cordon bleu).

Gretchenfrage

Gibt es eine nächste Saison, wird bald zu etwas wie der Gretchenfrage (Eine direkte, an den Kern eines Problems gehende Frage, die die wahren Absichten des Gefragten entlarven soll. Wikipedia). Das Können sehe ich nicht so als Problem. Wenn die Mannschaft zusammenbleibt und notfalls auf Edelreservisten zurückgegriffen werden kann, ist ein Meisterschaftsbetrieb auch nächste Saison möglich. Bisher ist es zu jedem Spiel gelungen, genügend Spieler aufzubieten. Trainings sind – nach einem absoluten Tiefpunkt mit 4 Mann und einem darauf folgenden Motivationsaufruf – gut bis sehr gut besucht (Spitze: 15 Mann).

Es geht also um das Wollen, auf Neuhochdeutsch um das  „Commitment“ (dt. Festlegung, Bekenntnis, Einsatzbereitschaft, Hingabe). Entscheiden müssen wir bis zum nächsten Mai, der Anmeldefrist für die Saison 2014/15. Führen wir rechtzeitig die Diskussion.

Urs Fü

Kleines Handball ABC: Ein Sprungwurf ist,

  • wenn zwischen Hallenboden und Fusssohle ein >Papier geschoben werden kann.
  • Präzisierung: Das blosse Anwinkeln der Knies zum Erreichen der notwendigen Höhe zählt nicht.