Bericht Athletic 57 Aktive (4. Liga)

Zwei mögliche Überschriften kommen mir spontan in den Sinn:
- Maul voll genommen!
- Wie Simi Ammann und Roger Federer!

Doch der Reihe nach.

Maul voll genommen!

Nach dem tollen Start in die Rückrunde, der die enttäuschende Vorrunde vergessen liess, verstieg ich mich im letzten Bericht zur Prognose, dass zwar Kalbs-Cordon bleu, wie zum Meisterschaftsabschluss 2012/13, nicht drin liegen werden, doch mindestens solche vom Schwein. Nun - und auch das ist grosszügig – sprechen wir von Fleischkäse mit Bier für Rang 6 (tönt schöner als Drittletzte) mit 10 Punkten und einer negativen Tordifferenz (-16).

Gibt es entschuldigende Gründe?

Die Gegner waren wirklich stark. Vermehrt bleiben Mannschaften in der 4. Liga und verzichten auf den Aufstieg. So holten wir die Muss-Siege gegen Räterschen* und Turbenthal*. Gegen die andern Mannschaften bräuchte es ein Exploit. Dieser gelang nur gegen die Silber Tigers* (* Berichte bereits in der letzten Ausgabe). Abwesenheiten schlagen sofort auf die Schlussresultate durch.

Spiele im Rückblick

Aus den fünf Spielen der Berichtsperiode resultierten 2 Pünktelchen, erreicht bei Turbenthal mit einem knappen Sieg (22:24). Dieses Spiel zeigte, dass auch gegen einen eher schwächer eingestuften Gegner für einen Sieg vieles zusammenpassen und mehr als ein Spieler über sich hinauswachsen muss; Wädi, Simi und Beni im Hoch mit zusammen 19 Toren.

In der Halbzeit lagen wir bloss 4 Tore zurück (9:13). Das Endresultat mit 18:28 gegen den Gruppensieger Frauenfeld ernüchternd. 13 Tore von Wädi, Urs L. und Dani sind zwar fast die halbe Miete, doch niemand lieferte die andere Hälfte.

Immer fast dran, in der Pause trotz Pfosten- und Lattenschüssen nur 3 Tore hinten nach (13:16). Roland (gefolgt von Wädi und Dani) in Scorerlaune. Am Schluss ein 21:25 gegen Andelfingen.

Wiederum Holztreffer en masse. Dank Torhüter dennoch immer dran. Halbzeit 10:8, Schluss 19:16 (davon 12 durch Wädi, Thomas K., Dani) gegen die Kaltenbach Oldies. Dabei hatte ich in der Vorschau 2 Punkte „gemaulhelded“.

Ohne die Tore des Ex-A57-Spielers Martin H. hätte es ein Unentschieden gegeben. Hätte, wäre ... Doch mit 4 versiebten Penalties (4 verschiedene Spieler) und mangelnder Puste (alle) wurde aus dem schmeichelhaften Pausenresultat (5:9) eine 13:25 Klatsche. Urs L. mit 3 Toren unsere Top-Goalgetter!

Wie Simi Ammann und Roger Federer!

Ja, weshalb nun dieser Vergleich? Beiden gelang in der näheren oder weiteren Vergangenheit auch nicht alles nach Wunsch. Sofort kamen in der Presse und am Stammtisch Fragen auf, ob sie nicht den Abgang verpasst haben und ob sie nicht allerspätestens jetzt ihre Sportgeräte an den Nagel hängen sollten.

Leserbrief-Schreiber haben sich noch nicht in der Athletic-Ziitig (Heinz freute sich sicher über Beiträge) zum Zustand der letzten A57 Aktiv-Mannschaft geäussert. Am Nach-Trainings-Stammtisch (heiss und hitzig) und am Anlass des A57 Clubs (gemässigt) wird / wurde jedoch bereits darüber debattiert.

Sowohl Simi A. wie Roger F. haben sich aus zwei Gründen entschieden weiterzumachen:

1. Es macht immer noch Spass.

2. Das Potential für vernünftige Resultate besteht nach wie vor.

An diesen zwei Gründen können auch wir uns orientieren.

Wie weiter?

Die beiden Cracks hatten es einfach. Sie mussten die Fragen für sich alleine entscheiden; wir jedoch für uns einzeln und auch als Mannschaft:

  • Hört der Spass nach drei, vier, ... Niederlagen auf?
  • Ist der individuelle Schmerz (wem tut nichts weh nach Training oder Spiel) die Spassbremse?
  • Braucht es eine (minimale) Erfolgsorientierung und damit eine vielleicht als ungerecht empfundene Einsatzzeit?
  • Bestimmt der Trainingsbesuch die Dauer des Einsatzes?
  • Braucht es einen aktiven Coach oder genügt eine (sprechende) Stoppuhr?
  • Macht Handball ohne gesunden Siegeswillen Spass (ich versuche den Gegenstossläufer einzuholen, den Durchbruch zu verhindern, vor dem Gegner in der Verteidigung zu stehen, dort hin zu gehen wo es weh tut)?
  • Verhilft mein Verständnis von „Spass machen“ zu einem vernünftigen Mannschaftsergebnis?
  • Reicht: „Wir sind als Mannschaft auch dabei?“
  • Geht es darum als einzelner das Beste zu geben oder als Mannschaft die bestmögliche Leistung zu erbringen?

Mit einer Umfrage zur Zukunft der Mannschaft (Vorstellungen, eigene Bereitschaft) ermittelt gegenwärtig Wolfi (unsere „providurischer“ Interims-Trainer) die Stimmung. Ohne mich (wiederum) gross in die Nesseln zu setzen, wage ich die Prognose, dass wir auch nächste Saison spielen.

Ich freue mich auf die Ergebnisse der Umfrage und die geplante Diskussion (bei Fleischkäse und Bier).

Urs Fü