Athletic 57 (4. Liga) – Seitenwechsel

Der Wechsel an den Spielfeldrand war nicht ganz freiwillig, eher nach dem Motto Vernunft vor Bauch. Wobei letzterer – entgegen aller üblen Nachrede – nicht die Hauptursache war.

Nun gut: Die Bandscheibe respektive deren Folgen spüre ich schon lange nicht mehr. Etwas weniger lang und weniger verkrümmt vor dem Laptop – Haltung ist Alles! - und es juckt nicht mehr.

Das Debüt als Coach war das Spiel gegen Räterschen (siehe letzten Bericht). Der Sieg, nicht zuletzt basierend auf der Anweisung des Coaches, den besten Gegner Mann zu decken (Idee gemeinsam mit den Schlüsselspielern entwickelt), gab fast unendlichen Kredit für alle folgenden Spiele und Anweisungen.

 

Die Aufgabe des Spielers ist simpel: Gut verteidigen; Tore schiessen oder dies dem/den Kollegen ermöglichen; man denke hier an das perfekte Sperren eines erfahrenen Kreisläufers oder die genialen Gegenstosspässe des Torwarts. Nasenwasser im Vergleich zu den Anforderungen an den Coach:

Mental: Hohe geistige Präsenz; Überblick halten und Ruhe in allen Situationen bewahren d.h. absolute Stressresistenz.

Taktisch: Der Aufgabe (dem Gegner) angepasste Massnahmen mit den besten Erfolgsaussichten im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten treffen.

Antizipativ: Erahnen, wenn Anforderungen ändern (neues Verhalten des Gegners) und erkennen, wenn eigene Massnahmen Gefahr laufen wirkungslos zu verpuffen.

Motivator: Aufrichten der Mannschaft, wenn es nicht wie geplant läuft; Impuls geben, wenn Larifari einreisst.

Psychologisch: Wissen, wann es gescheiter ist, die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen oder in die Tribüne zu „ginggen“ als eine Aktion lautstark zu kommentieren; bei Laune halten der Spieler, die etwas weniger Einsatzzeit kriegen; jedoch auch Einsatzzeit gewähren und hoffen es komme schon gut.

Administrativ: Genügend Spieler aufbieten (könnte auch unter „psychologisch“ stehen); Mannschaftskarte und Resultatmeldung; richtiges Tenü; vorsorgliche Warnung zu Harzverbot.

Rückblick auf Rückrunde 2012/2013

5 Spiele im 2013 in Serie gewonnen, nur einmal verloren, 2ter Schlussrang! Im letzten Spiel – auswärts gegen den Leader Wiesendangen/Yellow – hat es nur zum Tenüfez und zu einem Harzvorfall gereicht. Wenigstens konnte in der zweiten Halbzeit (9 : 11) das Pausenresultat (10:4) – auch dank Nachlassen des Gegners - aufgebessert werden. Leider fehlte der eine oder andere Spieler, der zusätzliche taktische Massnahmen ermöglicht hätte.

Das Jahr begann, wie es aufgehört hatte, mit einem Sieg. In der Vorrunde unterlagen wir – damals auch wegen besonderer Personalsituation – gegen Wil (29:19; 17:9). Die Flügelzange (links Mathias, rechts Wädi) schlug erbarmungslos zu und den Rest besorgte der Aufbau.

Halbzeit 13:12 in Turbenthal zeigt, wie eng es zu und her ging. Ein einzelner Spieler hat uns das Leben schwer gemacht. Am Schluss haben wir nicht nur die Strafenstatistik (3 x 2 Minuten gegen 0 gegnerische Strafen) sondern auch das Spiel gewonnen (20:23) und dies primär aus dem Aufbau heraus.

Jugend chancenlos gegen eine bestandene Mannschaft: 35:23. Ein diskussionsloser Sieg gegen Seen Tigers.

Das Schlussresultat 22:26 für uns gegen eine weitere jugendliche Mannschaft (Pfadi) könnte als lockeres Spielchen gelesen werden. In der Halbzeit lagen wir 12:11 im Rückstand. Pfadi hatte nur einen (baumlangen) Schooter. 4 eigene Spieler (mit reaktiviertem Simi K.), die je 5 oder 6 Tore beitrugen, machten den Unterschied.

Eigentlich dürfte Räterschen (die besten Spieler sind alle in der andern 4. Liga Mannschaft engagiert) kein Problem darstellen. 9:9 in der Pause riefen nach besonderen Massnahmen, d.h. Einsatzzeiten der Spieler wurden etwas einseitig verteilt, bis das Resultat klar war; 23:19 (11 Tore von Simi) das versöhnliche Schlussresultat.

Ausblick und Dank

Das Saisonziel, mehr Punkte als Spiele und positive Tordifferenz, trotz sehr holprigem Beginn weit übertroffen. Ein Meisterschaftsabschluss-Essen, offeriert vom Vorstand, als Anerkennung. Spürbare Spielfreude. Alles Argumente auch in der nächsten Saison wieder dabei zu sein!

Danke allen, die mitgeholfen haben, dass die Saison kurz in einem „Es hat Spass gemacht“ zusammengefasst werden kann.

Urs Fü