SG Athletic 57/Seen Tigers 4 - KTV Wil 2   29:30 (13:13)

"Wer andere Leute für seine Misserfolge verantwortlich macht, muss auch seine Erfolge anderen zuschreiben.“ (unbekannter Autor)

Beim Handball gibt es die Regel, dass maximal 14 Spieler eingesetzt werden dürfen. Zu diesem Spiel wollten wirklich alle antreten. Fast war zu befürchten, dass jemand zurück zu weisen ist. Nach dem Donnerstagtraining gab der erste Spieler, wegen gebrochenem Zeh, forfait. So waren es 13 Spieler, die zum Shake Hands antraten. Kaum begonnen, musste sich der Torhüter (Oberschenkel) auswechseln lassen und etwas später konnte ein weiterer Spieler (Knie) nicht mehr mittun. Wie Schnee in der Frühlingssonne wurden wir weiter dezimiert. Der Nächste wurde aus beruflichen Gründen abberufen.

Alles kein Unglück, gingen wir doch los wie die Feuerwehr. Jeder Schuss ein Tor! Beim 7:1 nahm der Gegner ein frühes Timeout. Beim 10:5 fand es unser Headcoach angebracht, vorne wieder etwas mehr Ruhe und speziell in der Verteidigung engagierteres Zupacken anzuordnen. Doch irgendwie gelang es uns nicht nachhaltig, die raschen Anspiele und die kraftvollen Durchbrüche zu verhindern. Quasi mit dem Abpfiff der ersten Hälfte gelang dem Gegner der Ausgleich zum 13:13 nachdem uns Sekunden vorher die Doppeltorführung misslang.

Wie man so schön sagt, lag nun das Momentum beim Gegner. Rund 5 Minuten brauchten wir zum ersten Tor nach dem Wiederanspiel. Wil buchte derweil 3 Tore! Sie knüpften nahtlos an ihrer Aufholjagd aus der ersten Halbzeit an und gingen mit bis zu 4 Toren in Führung. Fehlwürfe unsererseits konterten sie mit schnellen Gegenstössen. Sogar mit schneller Mitte liessen wir uns düpieren. Aus dem Spiel selbst waren sie nicht besonders gefährlich.

So rund 5 Minuten vor Schluss schien alles gelaufen. Wil dominierte und war deutlich voraus. Unsere Bälle zu oft an der Torumrandung. Nur mit allen 7-Metern waren wir erfolgreich. Doch dann noch ein Hitchcock-Final. Unsere zunehmend sehr offene Verteidigung verunsicherte den Gegner. Tor um Tor aufholen bis zum 29:30. Noch knapp eine Minute zum Spielen und wir im Ballbesitz. Das Anspiel an den Kreis gelang nur beinahe. Der Ball konnte nicht richtig gefasst werden. Der gegnerische Angriff auch nicht erfolgreich. Wir wieder im Ballbesitz. Noch kaum 10 Sekunden Zeit. Perfektes Anspiel an den Kreis. Die Reaktion des Torhüters abgewartet und den Ball überlegen als Aufsetzer über Torhüter und Tor gesetzt….

Einerseits stolz darauf, wirklich bis zum Schluss gekämpft und, auch als es nicht mehr für uns lief, nicht aufgegeben zu haben. Andererseits gerne mindestens den einen Punkt behalten. Das gespendete Kabinenbier hätte noch besser geschmeckt …..

Bösch P. (1); Dosch M. (TH); Frank A.; Füglistaler U.; Geissbühler R. (verletzt); Heiniger W. (10/4); Hüppi A. (3); Koblet A. (13/3); Krampf Th.; Lüthi Th. (TH; verletzt); Osuna P. (1); Schoch J.; Wilding B. (1; nur in erster HZ)
Coach: Pauritsch W.

Urs Füglistaler zum Spiel vom 4. November 2017